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Konjunktur und Geld in Deutschland (Teil 2)

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Diese Zeiten der schnellen Veränderungen und globaler Ansätze führt heute zu neuen Lebensmodellen, denen die Menschen unterworfen sind. Die frühere Formel “Lehre, 40 Jahre Arbeit in diesem Beruf, Rente” hat sich längst überlebt. Man muss heute damit rechnen, in seinem Leben, zwei oder drei Berufe zu erlernen. Diese unsicheren Rahmenbedingungen führten auch dazu, dass weniger Menschen den klassischen Lebensweg gehen und gingen. Immer weniger Familien werden gegründet und immer weniger Kinder werden in Deutschland geboren. Mit einem Blick auf oft magelnde und unklare Perspektiven von Menschen erstaunt dies nicht!

Auch der 2002 eingeführte Euro hat seine Rolle in diesen zyklischen Betrachtungen gespielt. Der Euro ist schlicht und ergreifend handwerklich schlecht gemacht. Eine Währung wird immer davon beeinflusst, wie sich Geld- und Warenmenge in einer Volkswirtschaft gegeneinander verhalten. Die Begrifflichkeiten hierzu sind Inflation und Deflation. Mit dem Euro hat man vielen europäischen Volkswirtschaften eine Währung übergestülpt. Man hat hierbei, quasi, so getan, als ob diese einzelnen Volkswirtschaften eine gesamte Volkswirtschaft bilden! Mit zeitlichem Versatz zeigt sich nun, dass diese Gleichung nicht aufgehen kann. Dinge wie Stabilitätspakt oder unterschiedliche Umrechnungsfaktoren (alte Währung versus Euro) können und konnten dieses Manko nicht ausgleichen. So erstaunt auch nicht, dass mancher Euro-Staat nun pleite ist oder sich auf die Pleite zu bewegt. Die Verhältnismäßigkeit zwischen Währung und Warenmenge einer Volkswirtschaft muss einfach gegeben sein, da helfen auch keine Rettungsschirme.

Europa ist mittlerweile wirklich das Abendland. Auch in Deutschland wird die Bevölkerung immer älter und immer weniger junge Menschen rücken nach. Wir sind noch längst nicht am Ende dieser Entwicklung angelangt. Man spricht vom sogenannten demographischen Wandel, der übrigens keinesfalls überraschend eintritt. Eines dürfte feststehen: Die Familie der 50iger und 60iger Jahre wird es in Deutschland nicht mehr geben. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen lassen derartiges nicht mehr zu. Viele Menschen müssen heute zwei oder drei Jobs annehmen um das teure Leben überhaupt noch bestreiten zu können. Die Politik sonnt sich in günstigen Statistiken zur Arbeitslosigkeit. Dies sind aber wirklich nur Statistiken, da die sogenannten Mini Jobs vieles der Problematik verdecken. Auch die Firmen nutzen die MiniJobber für ihre Zewcke. Lieber drei Minijobber als eine Festanstellung lautet die Devise. Damit spart man Beiträge zur Sozialversicherung und ist flexibler, was Personal angeht.

Um in der Zukunft bestehen zu können sind innovative Lösungen gefragt. Der bisherige Baukasten der Politik und reine Behandlung von Symptomen reicht nicht zur Bewältigung der Probleme. Die zukünftige Gesellschaft und Arbeitswelt ist eine andere als jene, die wir heute kennen. Das fängt im Kindergarten an und hört beim Übertritt in die Rente auf. In jedem Fall wird hierzu eine viel stärkere Verbindung von Arbeitswelt und Privatleben benötigt werden. Wir verlassen im Moment gerade die Industriealisierung und wenden uns einem Zeitalter der Informationswelt zu. Vor dem Hintergrund der aktuellen Umweltprobleme ist dies auch durchaus sinnvoll. Warum fährt ein Arbeitnehmer heute jeden Tag dreissig Kilometer ins Büro, obschon er seine Büroarbeit auch vom heimischen Arbeitsplatz ausüben könnte? Solche Überlegungen wird man sich mehr und mehr machen müssen, will man Ressourcen und Kapital schonen.

Auch die Schule wird sich von der reinen Bildungsanstalt weg bewegen. Die Schule muss mehr Stärken von Schülern fördern und Schwächen ausgleichen. Ihr kommt auch mehr und mehr der Auftrag zu, gesellschaftlich zu vermitteln und zu integrieren. Die Rahmenbedingungen unserer Volkswirtschaft machen dies zwingend erforderlich.

Konjunkturelle Zyklen und Kapital hängen demnach von sehr vielen Faktoren ab, wenn wir über ihre Entwicklung sprechen. Irgendwann wird es sicherlich eine Welt ohne solche Zyklen und ohne Kapital geben (sollte der Mensch sich vorher nicht selber ausradiert haben). Aber von solch einer Zukunft sind wir noch Lichtjahre entfernt!


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